Ich hatte mir ein Konto bei Comdirect zugelegt, weil es sich für Studenten kostenfrei und einfach einrichten lies. Es war auch die schnellste Methode mich zum Internet-Banking anzumelden, was ich schon lange vor hatte und zudem haben mich 20 € Beitritts-Prämie gelockt. Der Service war zunächst gut. Als meine EC-Karte kaputt war, reichte eine einfache formlose Mail von meinem Account (zur Authentifizierung) aus und von Freitag auf Dienstag hatte ich eine neue Karte per Post bekommen. Im Großen und Ganzen war ich also zufrieden.

Dann kam die Wende, indem ich mich eines Tages nicht mehr online anmelden konnte. Auf meine Nachfrage hin, bekam ich eine Mail in der stand: “[…]wir haben Ihre Kontoverbindung gesperrt, da wir die an Sie gerichtete Post als Postrückläufer zurückerhielten. Aus diesem Grund bitten wir Sie, uns Ihre neue Anschrift mitzuteilen, damit Sie auch in Zukunft wichtige Post von uns erhalten. Adressänderungen können Sie mit Ihrer Geheimzahl über unsere Kundenbetreuung unter der Telefonnummer […] EUR 0,09/Min. […] Geht uns keine Bestätigung zu, werden wir einen Nachforschungsantrag stellen, der für Sie mit Gebühren verbunden ist.”

Ich war nicht umgezogen und hatte regelmäßig die bisher tolerierte Werbung von comdirect erhalten. Meine Empörung über den Zwang, eine kostenpflichtige Hotline anzurufen und die Drohung mit einem Nachforschungsantrag, kanalisierte ich in einer Beschwerde-Mail, in der das Wort “dreist” viel. Die Antwort kam schnell, man hätte den Account schon wieder freigeschaltet und man bäte um Entschuldigung, wegen der mir entstandenen Unannehmlichkeiten.

Darauf hin versuchte ich mich wieder bei meinem Account anzumelden und bekam schon wieder nur eine Fehlermeldung.

Nach einer erneuten Beschwerde per e-mail mit einer Zusammenfassung der bisher ausgetauschten Nachrichteninhalte, inklusive dem Angebot, man könne mich doch auf meiner Telefonnummer zum normalen Tarif anrufen, wenn ein persönliches Gespräch so dringend erforderlich wurde ich an eine Nummer mit normaler Ortsvorwahl verwiesen. Angeblich sollte diese Nummer auch im Kleingedruckten auf der Rückseite meines Service-Handbuches stehen.

Ich rief also diese Nummer an und wurde von einem automatischen System begrüßt. Nach zweimaliger Eingabe meiner Internet-Banking Zugangsnummer, erzählte mir die Stimme, dass mein Zugriff gesperrt sei als wüsste ich das nicht und leitete mich weiter. Meine erste Frage an die Frau am anderen Ende der Leitung war, ob dies nun eine gebührenpflichtige Hotline sei und sie antwortete freundlich: “Ja. Sie kostet 9 Eurocent die Minute.”

Ich schluckte meinen Ärger hinunter, versuchte ihr kurz das bisher geschehene zu erklären und sie schaltete meinen Account wieder frei.

Das aus dieser Geschichte gezogene Fazit ist, dass ich es höchst bedenklich finde, dass bei Comdirect der kostenlose Kundenservice scheinbar nur daraus besteht, die Kunden mit Lügen zu beschwichtigen und sie dann an kostenpflichtige Hotlines zu verweisen. Und das nachdem Comdirect einen Fehler gemacht hat und ich keinen Zugriff auf mein eigenes Geld hatte.

Ich empfehle allen die das jetzt gelesen haben, sich eine Bank auszusuchen, in die man persönlich gehen kann, um sich zu beschweren. Im kostenlosen so genannten “Service” arbeiten scheinbar sowieso nur Leute, die weder lesen können, noch eine Ahnung von dem  haben, worüber sie schreiben.