In einer Gesprächsrunde, direkt mit dem Thema konfrontiert, habe ich vor einiger Zeit die These aufgestellt, dass homosexuelle Menschen deshalb freizügiger mit ihrer Sexualität umgehen können als ihre heterosexuellen Mitbürger, weil viele schon früh lernen mussten, aus gesellschaftlichen Moralvorstellungen auszubrechen. Wer schon mit seinen „normalen“ Trieben vielerorts anstößt, entwickelt schnell eine Art Hornhaut gegen Fremdbewertungen und lernt eher für sich selbst zu entscheiden, was geht und was nicht.

Damit möchte ich nicht jedes Verhalten in der schwulen Welt gutheißen und auch nicht sagen, dass sich jeder Homosexuelle bis zur Besinnungslosigkeit durch diese Welt vögelt, sondern lediglich ein Erklärungsmodell für diese Entwicklung diskutieren.