Es war ein willentlicher selbstzerstörerischer Akt als ich mich dazu entschlossen habe, mit dem Rauchen anzufangen. Ich hatte mir Zigaretten aus dem immer im elterlichen Haushalt vorhandenem Tabak in der altgewohnten Stopfmaschine angefertigt. Danach bin ich hoch in mein Jugendzimmer und habe mir verstohlen eine Zigarette angemacht. Ich war sehr nervös und angespannt. Schon wenige Sekunden nach dem zaghaften Saugen an der ersten Zigarette meines Lebens, kribbelte etwas in meinem Kopf – ungefähr an der Stelle, die bei einem Säugling noch nicht ganz zugewachsen ist. Sofort stellte sich eine heitere Gelassenheit ein und ich wusste, dass es nicht meine letzte Zigarette sein würde. So wurde meinem Merkspruch “Handy – Schlüssel – Portmonnaie” ein “Zigaretten – Feuerzeug” hinzugefügt. Alle meine Bekannten fanden, dass ich ungewohnt und bescheuert mit einer Zigarette aussah, aber ich mochte das Gefühl eine Beschäftigung für die Hände und den Mund zu haben.
Weiß der Teufel, wie sie darauf kam, aber bei meinem nächsten Besuch bei meinen Eltern fragte meiner Mutter mich:
“Rauchst du etwa?”
“Ja.”, antwortere ich als ehrlicher Mensch.
“Du weißt, dass du mir das Geld für den Führerschein wiedergeben musst, wenn du nicht aufhörst.”, sagte sie dann als sei es ein Naturgesetz. Schon als ich ein Kind war habe ich mit meiner Mutter die Abmachung getroffen, dass ich den Führerschein bezahlt bekomme, wenn ich bloß nie das Rauchen anfange.
“Ja”, antworte ich ihr, “ich höre sofort wieder auf”, log ich sie an und dachte für mich: “Gut, wenn du es so willst, spielen wir das alte Kinderspiel: ‘Du kannst mich nicht für etwas bestrafen, was du nicht mitbekommst’.”
Februar 18, 2009 at 0:57
Sehr gut… wirklich… selbstzerstörerischer Akt oder eher… die Tatsache, dass du von Rauchern umgeben bist?!
Orale Befriedigung nennt Freud das… Ist dir schon klar ne?!